Technische Daten :

Objektivart : Festbrennweite (Makro 1:1)
Brennweitenbereich : 150 mm
Offenblende : 1:2,8
Kleinste Blende : 1:22
Naheinstellungsgrenze : 38 cm
Filterdurchmesser : 72 mm
Gewicht : 1180 gr
Abmessungen : 79,6 mm (Durchmesser) / 150 mm (Länge ohne Streulichtblende)
Fokus : HSM / 3-stufig : FULL  / 53 cm - ∞ / 38 cm - 53 cm
Bildstabilisator : Ja

Ungefährer Strassen-Preis : ca. 1000 €

Im Lieferumfang ist das Festbrennweiten-Objektiv mit den beiden Objektivabdeckungen, dazu noch die passende Streulichtblende (LH780-05)
und Stativschelle (TS-21), einen Köcher und  eine Streulichtblendenadapter (HA780-01)

 

Bilder :

Ansicht schräg-vorn

Webseiten-Stack 02 Sigma

An Kamera

Webseiten-Stack 01 Sigma

Seitlich ohne Streulichtblende

Webseiten-Seitlich mit Blende - Sigma

Seitlich mit Streulichtblende

Webseiten-Seitlich mit Blende - Sigma

Sämtliche Schalter

Webseiten-Detail 02 Sigma

Fokussierbereichsskala

Detail 01 Sigma

Mein persönlicher Erfahrungsbericht  (mit Vorgeschichte)  :

Um es vorwegzunehmen : Eine sehr gutes Objektiv !

Die kleine Vorgeschichte :

Mit meinem bisherigen 100mm Makroobjektiv von Canon war und bin ich bisher sehr zufrieden und es wird für bestimmte Zwecke auch noch
verwendet.
Mein 65mm Lupenobjektiv (MP-E) ist eine etwas andere Kategorie und kommt hauptsächlich beim Focus-Stacking zum Einsatz, gelegentlich
auch mal in freier Natur für Freihand- oder Stativaufnahmen im Makrobereich.

Für diesen Freihand-Makrobereich wollte ich mir aber noch zusätzlich ein anderes Makroobjektiv zulegen welches mir auch andere Möglichkeiten
der Freistellung und Bildwirkung erlaubt.
Der etwas grössere Motivabstand den man mit längeren Brennweiten einhalten kann war dabei auch ein zusätzlicher Kaufgrund.
Da blieben also nur noch die Makroobjektive mit 150mm und 180mm übrig, andere oder länger Brennweiten für Makro gibt es auf dem Markt
(momentan) nicht.
Das sehr gute 180´er Makro von Canon interessierte mich sehr, gleichzeitig aber auch das (neue) 150´er Makro von Sigma wegen seines
Bildstabilisators.
Zu diesem Zeitpunkt stand auch noch das neue 180´er Makro von Sigma in den Startlöchern, bei diesem Objektiv schreckte mich jedoch das
enorme Gewicht ab.
Grösse und Gewicht spielen aufgrund des Handlings bei der Freihand-Makrofotografie natürlich eine wesentliche Rolle......wer möchte schon mit
über 1,6 Kilo Objektivgewicht plus Kamera auf Insektenjagd gehen !
Das Objektiv wäre damit sogar schwerer als mein Telezoom (100-400mm) und das ist auch schon nicht allzu angenehm wenn man es dauern in
der Hand hält, geschweige denn damit auf Insektenjagd gehen würde.
 
Nach tagelangen Recherchen und persönlichen Abwägungen stand für mich fest das es das 150´er Sigma sein muss welches ich mir als zusätzliches
Makroobjektiv zulegen wollte....also gekauft !

Meine Eindrücke und Erfahrungen mit dem 150´er Sigma :

Nach den ersten Handling- und Fokussiertests zu Hause war ich erstmal geteilter
Meinung, die ganze angesammelte Euphorie legte sich erstmal wieder.
Bei neuen Dingen bin ich auch immer sehr kritisch und suche regelrecht nach irgendwelchen Schwachpunkten und wir alle wissen, wer danach
sucht findet auch welche.
Zum Beispiel den 3-fach einstellbaren Fokussierbereich !

 Muss man das wirklich in ganze 3 einzustellende Bereich produzieren ? Das sind doch für den Anwender schon fast zuviel Einstellungsmöglichkeiten,
bei anderen Herstellern reichen doch 2 Bereiche auch völlig aus (z.B. naher Makrobereich und dann alles was darüber ist).
Zudem ist die Schaltbarkeit der kleinen Schiebeschalter relativ schwergängig. Das hat zwar den Vorteil das sich nichts verstellt wenn man mal
unabsichtlich drankommt, hat aber auch den Nachteil das man durch den erhöhten und benötigten Krauftaufwand gern mal den Schalter bis zum
übernächsten Bereich schiebt wo man garnicht hinwollte. Passiert zwar nicht immer, aber doch schon mal.......

Der Grund für die 3 Bereiche ist sicherlich die Übersetzung des Fokussiermotors. Damit der schnelle Ultraschallantrieb nicht durch den gesamten
Fokussierbereich fahren muss, also von 38cm bis unendlich, hat man die Bereiche unterteilt und sicherlich mit entsprechend kürzerer oder längerer
Übersetzung konstruiert.
Bei dem einen Fokussierbereich (FULL), der das gesamte Spektrum abdeckt, kann man dementsprechend auch keine Hochleistungsergebnisse in
Form von Präzision im Nahbereich erwarten (hier kann der Fokus sicherlich mal um ein paar zehntel Millimetern danebenliegen weil die Übersetzung
dafür vermutlich zu grob ist).

Gerade bei Makroobjektiven ist eine präzise und fein abgestufte Fokussierung im Nahbereich sehr wichtig, von daher wäre ein einziger Fokussier-
bereich der das gesamte Spektrum (komplette Entfernung) abdeckt viel zu grob und würde den Fokusantrieb in Sachen Feinheit überfordern.
Alles in Allem hätte ich mir hier trotzdem "nur" 2 Einstellbereiche gewünscht und nicht die Unterteilung :
1. FULL (Gesamtes Spektrum)
2. 53cm - ∞ (Nahbereich bis unendlich)
3. 38cm - 53cm (Nahgrenze bis Nahbereich)

Kurz und gut  zum Fokus : Der HSM-Fokus ist sehr leise und auch sehr schnell !

Die Trefferquote liegt bei geschätzen 95% ......es gab halt auch mal einen leichten Fehlfokus der ein paar zehntel Millimeter daneben lag aber
auch auf die unterschiedlichen Lichtverhältnissen zurückzuführen ist da ich diese Sache eben nicht unter Laborbedingungen getestet habe
sondern beim Fokussieren auf die unterschiedlichsten Dinge bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen angewandt habe (praxisbezogene
Fokussierung).
Die mitgelieferte Stativschelle ist bei mir immer am Objektiv dran und bei Freihandaufnahmen liegt es auch besser in der abstützenden Hand.
Das Ganze (Kamera + Objektiv) ist somit griffiger als wenn man sie abmacht und ohne Stativschelle auf Insektenjagd geht.
Beim Einsatz eines Stativs wird und sollte natürlich die Stativschelle verwendet werden sodass alles gut ausbalanciert ist.

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Zum Test allgemein :

Anfangs hatte ich mehrere Fokussier- und Schärfetests mit irgendwelchen aufgestellten Motiven durchgeführt und musste mich wohl erstmal an
diese Linse gewöhnen.
Wenn man vorher nur das Canon-Fokussiergeräusch samt Fokussierverhalten gewöhnt war ist der Sigma HSM (gegenüber dem Canon-USM) doch
schon irgendwie "anders", was aber wirklich nur ein reiner subjektiver Eindruck ist und nichts mit der eigentlichen Leistung ansich zu tun hat.
All diese Tests hatte ich im direkten Vergleich mit dem 100´er Makro von Canon gemacht, da hatte es das Sigma auch wirklich nicht leicht *grins*
Nach etlichen späteren Direktvergleichen wo ich bei identischen Aufnahme-Parametern unterschiedliche Testcharts (unter Berücksichtigung der
Brennweite/Entfernung) und anderen aufgestellten Motive ablichtete, verglich ich die Aufnahmen am PC bei 100% Vergrösserung (100%-Crop)
solange bis ich nur noch Sternchen sah !

Kurz und gut zur Abbildungsleistung : Wenn man nun wirklich mit der Lupe unter Laborbedingungen die Abbildungsleistung beider Objektive
vergleicht liegt das 100mm Canon eine minimale Nasenlänge vorn (bei Schärfe und Kontrast).

Aber : Unter "normalen" Bedingungen wie z.B. in der Natur oder bei normalen Aufnahmen wo man keine Testcharts abfotografiert wird man diesen
wirklich minimalen Abbildungsunterschied niemals merken, vor allem wenn man das 100mm Canon nicht als Direktvergleich zur Hand hat.
Davon mal abgesehen hat aber auch das 100mm Canon im Direktvergleich mit dem "MP-E 65mm/2,8" in genau den gleichen Disziplinen minimal bei
meinen Tests verloren (bei 1:1 versteht sich). Dadurch ist es schliesslich auch keine schlechte Linse geworden.

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Der Bildstabilisator ist wie bei vielen anderen Herstellern auch in 3 Bereiche eingeteilt : AUS / KOMPLETT STABILISIERT / FÜR MITZIEHER und
arbeitet hervorragend, macht dafür aber ein paar ungewöhnliche Geräusche an die man sich auch gewöhnen muss (anfangs dachte ich : kaputt ?)
 
Drückt man den Auslöser der Kamera halb durch, aktiviert sich der Stabi und das Bild ist im Sucher nach ca. 0,5 Sekunden sehr gut stabilisiert.
Hierbei hört man ein Aktivierungsgeräusch welches sich anhört wie ein *grrrrrrrrrt - tick*
Beim Loslassen des Auslösers oder nach der Bildauslösung hört man dann nach ca. 1 - 1,5 Sekunde auch wieder das ungewöhnliche Geräusch nur
ohne ein *tick* am Ende, also nur......*grrrrrrrt*
Ist also etwas gewöhnungsbedürftig aber dadurch höre ich halt das "er" noch funktioniert ......*lach*
Die Stabilisierung ist laut Sigma bis zu 4 Belichtungsstufen stark oder beruhigt.
Im Nah- oder Makrobereich dafür aber nicht mehr so effektiv und vielleicht je nach Motivabstand nur noch um 1 - 2 Belichtungsstufen beruhigt,
was aber immer noch Vorteile bei Freihand-Makroaufnahmen bringt.

Die Einstellung für die komplette Bildstabilisierung ist in der Mitte bei 1 zwischen OFF und 2 wobei die Stellung 2 für die "Mitzieher" gedacht ist.
Für das Betätigen inklusive Gängigkeit dieses Schiebereglers gilt dasselbe wie bei dem Schalter für den Fokussierbereich (wie oben beschrieben).
Auch weist Sigma in der Bedienungsanleitung darauf hin das der Bildstabilisator beim Ausschalten der Kamera, bzw. beim Objektivwechsel, immer
auszuschalten sei damit keinerlei Schäden an der Elektronik entstehen !
 
Kurz und gut zum Bildstabilisator : Er funktioniert sehr gut, wenn auch mit gewöhnungsbedürftigen Geräuschen und im Makrobereich nicht
mehr mit voller Leistung, möchte ihn also nicht missen !

FAZIT :

Kann zum Schluss wirklich sagen das Sigma da eine hervorragende Makrolinse hergestellt hat die ihr Geld wert ist, ein Fehlkauf war es absolut nicht !
Die vielen Ergebnisse der Objektivtests aus Internet und Fachzeitschriften die man zu diesem Objektiv lesen kann konnte ich am Ende also selber
ganz gut bestätigen.
 
Meine Insektenjagd in freier Natur mache ich zu 80 % mit dem Sigma weil ich hier auch einen etwas grösseren Abstand zu scheuen Insekten wie
z.B. Fliegen einhalten kann und das Objektiv mit Stativschelle samt Kamera gut ausgewogen mit beiden Händen zu halten ist (gutes Handling).
In Situationen wo ich den Ringblitz verwende greife ich wieder zum 100´er Canon weil dort der Ringblitz schnell draufgeklickt ist, das funktioniert
bei dem Sigma leider nicht.
Ansonsten ist das Objektiv natürlich auch für Aufnahmen ausserhalb der Makrowelt mehr als tauglich. Mit 150mm Brennweite  und einer Offen-
blende von 2,8 kann man damit sehr gut Motive freistellen.
Makroobjektive eignen sich mit ihrer hervorragenden Schärfe und Abbildungsleistung nicht umsonst sehr gut für die Portraitfotografie.

                                                                                                                                    button 03 - klein

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